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Komm, wir bauen einen Roboter! In der HABA Digitalwerkstatt Leipzig

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Mit ganz viel Vorfreude und ein wenig Nervosität betreten der Sohnemann und ich die HABA Digitalwerkstatt in Leipzig. „Ob wir da jetzt einen echten Roboter bauen Mama? Hoffentlich kann ich das überhaupt!“ Heute wollen wir erste Schritte der Robotics und des Programmierens erlernen. Also lernen Computern Dinge beizubringen. Und ganz ehrlich, selbst ich finde diese Tatsache ziemlich einschüchternd.

Als wir die helle Digitalwerkstatt am Brühl betreten sind der Sohn und ich sofort fasziniert – von den kleinen Robotern, den Trainer:innen und dem, was wir bereits in kürzester Zeit lernen. Und mein Denken über Technik und digitale Bildung soll an diesem Tag noch komplett auf den Kopf gestellt werden.

Chancengleiches Lernen

Alle Kinder, die hier her kommen, eint eine Sache; sie gehen mit mehr Verständnis für Computer und Technik als sie gekommen sind. Und bei manchen wird hier der Impuls für eine neue Leidenschaft gesetzt. „Jedes Kind, das zu uns kommt, sitzt zum ersten Mal vor einem Roboter“, erklärt die Campus Managerin der Digitalwerkstatt Lina Mohr.  „Schubladenkinder können ihre Schublade verlassen. Alle starten mit dem gleichen Wissen und sammeln ihren ganz persönlichen AHA-Moment. Damit geht jedes Kind mit einem Erfolgserlebnis aus unseren Workshops nach Hause.“

Digitale Bildung für Kinder

Mit der HABA Digitalwerkstatt können Kinder zwischen 6 und 12 Jahren auf eine spielerische Lernreise durch die digitale Welt gehen. Ob in den Kursen, Workshops, Feriencamps, oder mit der Schulklasse: Sie bauen Roboter, programmieren Spiele, drehen Animationsfilme oder gestalten ihre eigene Kunst oder Musik.

Future Skills

Sowohl in den Ferienprogrammen, als auch mit der Schulklasse arbeiten immer zwei Kinder in einem Team. Denn neben den technischen Fertigkeiten werden hier auch ganz „nebenbei“ andere Kompetenzen vermittelt. Wie etwa die präzise Kommunikation – zwischen zwei Kindern und natürlich auch zwischen Mensch und Maschine. Außerdem lernen die Kinder strukturiertes Denken, Teamwork und Problemlösung. Das alles passiert ganz selbstverständlich, während sie an ihrem eigentlichen Projekt arbeiten ­– dem Roboter, dem Stop-Motion-Film oder dem Spiel, was sie programmieren können.

Manuel Schmuck ist Medienpädagoge und leitender Trainer der HABA Digitalwerkstatt. Er findet: „Programmieren ist Teamwork! Viele haben da ein Bild von Einzelgänger:innen vor Augen, doch das ist eines der Stigmen, die wir mit unserer Arbeit ausräumen wollen.“

Der Sohnemann hat unterdessen unter Anleitung von Trainer Manuel Schmuck den ersten kleinen Roboter zusammengeschraubt und manövriert ihn nun über einen Parcours. Er könnte kaum stolzer sein. // Foto: Rosa Krokodil

Programmieren ist auch analog

Doch am Anfang wird noch kein Code geschrieben, vielmehr werden Schere, Kleber und Stifte gezückt. Denn so ein Tag in der HABA Digitalwerkstatt ist wesentlich handwerklicher, als man vielleicht denken mag. „Viele Dinge geschehen erst einmal analog“, erklärt uns Trainer Manuel. So werden aus Stiften, Pappbecher, Farben und Fantasie zunächst individuelle Figuren. Mit kleinen Motoren versehen entstehen daraus später Malmaschinen, mit deren Hilfe die Kinder spielerisch Wissen über Elektrik und den Stromkreis erlernen.

Der von den Kindern selbstgebaute Drawbot malt die verrücktesten Formen und Figuren. // Foto: Rosa Krokodil

Unser kleiner Roboter flitzt bereits durch die HABA Digitalwerkstatt. Die ersten Aufgaben hat der Sohnemann gemeistert, nun wird es kniffliger und die Maschine fährt immer wieder gegen Hindernisse. Der Trainer ermutigt dabei, solche Herausforderungen selbst zu überwinden und gibt kleine Impulse für die Problemlösung.

Fehler sind sogar erwünscht

„Wir lehren lösungsorientiert zu denken“, sagt Medienpädagoge Manuel. „Fehler sind bei uns nicht nur erlaubt, sie sind sogar erwünscht. Wenn ein Kind die falschen Tasten auf dem Tablet drückt, greifen wir nicht einfach rein und machen es schnell selber, sondern wir leiten an und lassen das Kind selbst ausprobieren und lernen.“

Solche und viele andere Dinge nehmen auch die Lehrkräfte mit, die ihre Schulklassen in die HABA Digitalwerkstatt begleiten. „Der Digitalpakt hat zwar eine Infrastruktur geschaffen, doch was man mit den vorhandenen Geräten alles anstellen kann und wie man sie sinnvoll und bereichernd in den Unterricht einbindet, damit sind die Lehrkräfte oft allein gelassen. Auch ihnen wollen wir Impulse geben und bieten dafür Fortbildungen an“ sagt Lina Mohr.

Lina Mohr und Manuel Schmuck aus der HABA Digitalwerkstatt Leipzig verstehen sich ganz wunderbar darin Kinder und auch Erwachsene für Technik zu begeistern. // Foto: Rosa Krokodil

Erlebt die Faszination Technik selbst!

2019 wurde die HABA Digitalwerkstatt in Leipzig eröffnet. Seit Beginn an ist sie Partner der Ralf Rangnick Stiftung, die für Leipziger Kinder nachhaltige Bildungsprojekte realisiert.

In den Ferien können Kinder zu Workshops, Aktionstagen oder mehrtägigen Camps in die Digitalwerkstatt kommen. Zudem können auch Horte Angebote in den Ferien und darüber hinaus buchen. Schulklassen können individuelle Termine für Projektwochen oder Workshops jederzeit anfragen. Die Digitalwerkstatt kommt bei Bedarf auch in die Einrichtungen vor Ort.

Familien finden aktuelle Termine für Angebote am Nachmittag auf der Website: www.digitalwerkstatt.de/leipzig

Viel Spaß beim Staunen, Lernen und Spielen wünscht

das Rosa Krokodil

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