Sommer

Tipps für Anfänger: Camping mit Kindern

Wer wie ich ein Kind der 90er ist, der kann sich vielleicht noch an „Die Camper“ erinnern – eine Gruppe schrulliger Menschen, die in ihrem Dauercampingwagen, umringt von einem Gartenzaun, geschmückt mit Gartenzwergen mein Bild vom Camping-Urlaub prägten. Lange Zeit waren es genau diese Bilder, die mir in den Sinn kamen wenn ich ans Campen dachte. Abgelöst wurden sie von den Eindrücken, die ich beim „Campen“ auf diversen Musik-Festivals sammelte. Aber was soll ich sagen – nichts meiner bisherigen Vorstellungen hatte auch nur im Ansatz etwas mit dem zu tun, wie ich das Campen mit Familie erleben durfte.

Luise und ihre kleine Familie haben das Campen und Reisen im Van für sich entdeckt. In der ersten Elternzeit bereisten sie zu dritt Neuseeland im Camper-Van, in der zweiten ging es zu viert durch Australien. Und den Sommerurlaub verbringen sie seither gerne im Wohnmobil. Ihre Tipps für einen erfolgreichen Camping-Urlaub mit (Klein-)Kindern hat sie hier für euch zusammengefasst:

Die Welt in einem fahrbaren Zuhause bereisen, was kann es schöneres geben? Foto: Luise Topf

// Wohin?

Hier gibt es tatsächlich für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel die verschiedensten Möglichkeiten. Wichtig ist auf jeden Fall sich vor der Reise mit den Camping- und Übernachtungsregelungen des jeweiligen Landes auseinander zu setzen. So könnt ihr in Schweden auf öffentlichen Parkplätzen, am Straßenende oder direkt am Strand für die Nacht parken, in Deutschland hingegen drohen beim Wildcampen saftige Strafen. Hier kann zum Beispiel die App „Park4Night“ Abhilfe schaffen, denn mit ihr könnt ihr öffentliche Natur- und Waldcampingplätze oder auch Parkplätze finden, auf denen ihr gegen eine kleine Gebühr die Nacht verbringen könnt.

So haben wir zum Beispiel auf dem Weg nach Österreich auf einem tollen Spot gleich neben einem Waldspielplatz einen nächtlichen Zwischenstopp eingelegt und so die lange Fahrt für die Kleinen und ehrlicherweise auch für uns Großen wesentlich entspannter gestalten können.

Campen ist die schönste Art, gemeinsam Urlaub zu machen, wie hier mit Wohnmobil in Österreich. Foto. Luise Topf

// Was einpacken?

Auch hier müsst ihr natürlich schauen, wie und wo genau ihr euren Urlaub verbringen wollt. Aber es lohnt sich auf jeden Fall vor Abreise noch einmal genau zu schauen, was euer Camper alles schon an Board hat, damit dann im Urlaub nicht die wichtigsten Koch- oder Reinigungsutensilien fehlen. Was ich auf jeden Fall empfehlen kann, ist, einen Hochstuhl (am praktischsten, weil leicht auseinander zu bauen, klein zu verstauen und gut zu reinigen, ist der omnipräsente Hochstuhl vom Möbelschweden). Und auch für die größeren Familienmitglieder empfiehlt es sich, eine Sitzgelegenheit für draußen einzupacken, wenn diese nicht schon von Haus aus im Fahrzeug dabei sind.

Außerdem war ich wirklich jeden Tag sehr froh darüber, dass jedes Familienmitglied seine Sachen in einem oder mehreren Packing Cubes in seiner eigenen Farbe dabei hatte. So kann man auch auf kleinstem Raum Ordnung halten und jeder weiß, wo er seine Klamotten finden kann.

Ein weiterer Tipp, der den Gemütlichkeitsfaktor um 1000% erhöht, ist es verschiedene kleine Lichtquellen dabei zu haben. Also Lampions, Lichterketten, LED-Kerzen etc. Damit kann man den Camper oder auch den Außenbereich ganz nach Lust und Laune ausleuchten und ist nicht auf die zumeist sehr kalten, unfreundlichen Lichter des Wohnmobils angewiesen.

Ein weiterer Pro-Tipp: packt euch ein gutes, scharfes Messer ein. Nichts ist unerfreulicher als erst beim Zubereiten des Essens festzustellen, dass die Schneidezähne des Kleinkindes schärfer sind als die Schneide des Küchenwerkzeugs.

TOP 10 // Praktische Camping-Packliste mit Kindern

1. Hochstuhl + Outdoor-Sitze für Kinder

2. Farbige Packing Cubes für mehr Ordnung

3. LED-Lichtquellen für mehr Gemütlichkeit

4. Scharfes Messer für entspannte Köche 🙂

5. Kindertrage statt Buggy

6. Regenkleidung + Gummistiefel für alle

7. Klappwanne / Waschschüssel für Katzenwäsche der Kinder

8. Töpfchen für Nachtpippi oder bei Regenwetter

9. Klappkisten oder durchsichtige Plastikkisten für mehr Übersicht (Geschirr, Essen, Badesachen und Spielzeug…)

10. Taschenlampe / Stirnlampe (für nächtliche Suchaktion, Nachtwanderung…)
Mit den eigenen oder ausgeliehen Rädern kann man wunderbar die Umgebung rund um den Stellplatz erkunden. Foto: Luise Topf

// Der ultimative Life Hack fürs Campen mit Kleinkindern

Cool bleiben. Urlaub im Wohnmobil mit kleinen Kindern ist an manchen Tagen sicherlich eine Herausforderung. Gerade wenn es vielleicht regnet, wenn die Kleinsten gerade Zahnen und damit gefühlt den ganzen Campingplatz wach halten, wenn die Teenager ob des falschen Brotaufstrichs einen Nervenzusammenbruch bekommen oder oder oder.

Doch die Freiheiten, die es mit sich bringt mit einem mobilen Heim unterwegs zu sein, wiegen das alles auf – Frühstück am Fuße der Berge, Mittagsschlaf am Flussufer, Abendessen kochen mit Blick aufs Meer oder den verdienten Elternzeit-Wein am Abend im Mondlicht, während die Minis selig im Wohnmobil schlummern – ich kann mir aktuell kaum einen schöneren Urlaub vorstellen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Familienabenteuer!

Luise und das Rosa Krokodil

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